Diagnostik & Therapien

Diagnostik und Therapien

Das Zentrum für Psychotraumatologie der Klinik bietet Behandlungsmöglichkeiten für Patienten,

  • die akut traumatisiert wurden, und deren Gewalt- oder Unfallerfahrung nicht länger als ein halbes bis ein dreiviertel Jahr zurückliegt,
  • deren Traumatisierung als komplex oder sequentiell einzustufen ist,
  • bei denen eine chronische posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert ist.

Voraussetzung für die Aufnahme in der Klinik ist die Übersendung wesentlicher Vorbefunde und die Formulierung eines Behandlungsauftrags in enger Abstimmung mit dem Unfallversicherungsträger und den behandelnden Ärzten. Eine genaue Eingangsdiagnostik präzisiert die Grundlage für den individuellen Therapieplan. Die Therapieziele, die Therapeut und Patient gemeinsam festlegen, werden während des Heilverfahrens laufend überprüft und bei Bedarf angepasst oder verändert. Damit trägt die Therapie der Dynamik Rechnung, die sich während der Behandlung von psychischen Erkrankungen ergeben kann.

 Psychoedukation

Maßnahmen der Psychoedukation vermitteln umfangreiche Kenntnisse über sämtliche Aspekte der eigenen Erkrankung. Mit dem Wissen um die eigenen Erkrankung und ihre Mechanismen wird der Patient zum Experten in eigener Sache und schafft Distanz zu den traumarelevanten Ereignissen. Zum einen erreicht er so eine höhere Lebensqualität, zum anderen wird er in die Lage versetzt, eventuelle künftige Krankheitsepisoden frühzeitig zu erkennen und selbst gegenzusteuern.

 Traumaspezifische Psychotherapie

Eine traumatische Verletzung greift tief in die gesamte Persönlichkeit des Betroffenen ein und erfordert schon deshalb eine exakt auf den Patienten abgestimmte Vorgehensweise. Das leitliniengerechte Behandlungskonzept des Zentrums für Psychotraumatologie wird diesen individuellen Erfordernissen in drei Phasen gerecht:

  • Phase 1: Stabilisierung des Patienten und Aufbau eines „Arbeitsbündnisses“ zwischen Patient und Therapeut
  • Phase 2: Dosierte Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis durch Einsatz verschiedener Techniken
  • Phase 3: Integration des Erlebten in die individuelle Lebensgeschichte mit dem Ziel, eine Neuorientierung und Zukunftsperspektiven zu entwickeln, die eine erfolgreiche Wiedereingliederung in Alltag und Beruf ermöglichen.

Alle Trainingsverfahren zielen auf die Unterstützung des natürlichen Selbstheilungsprozesses des Patienten ab und stärken ihre Selbstwirksamkeit um eine nachhaltige Wirkung der erreichten Therapieziele sicherzustellen. 

 Traumaexposition

Im Rahmen der traumafokussierten Therapie stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, um Patienten mit dem auslösenden Ereignis zu konfrontieren und so neurophysiologische Informations- und Verarbeitungsblockaden aufzuheben. Diese Konfrontation ist Voraussetzung für eine Akzeptanz des Geschehenen und die notwendige Integration des Erlebten in die eigene Lebensbiografie. 

Methoden der Traumaexposition sind

  • Traumaexposition in vivo/in sensu bezeichnen Techniken der Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis in der Realität (in vivo) oder in der Vorstellung (in sensu).
  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing): Die „Desensibilisierung und Neuverarbeitung durch Augenbewegungen“ beruht auf der bilateralen Stimulation des Gehirns. Durch die Augenbewegungen wird eine Veränderung der Informationsverarbeitung im Gehirn bewirkt.
  • Screen-Technik: Bei der hochwirksamen Screen-Technik handelt es sich um eine Visualisierungs- und Imaginationsmethode, die dem Traumatisierten den Aufbau von Distanz zum Geschehenen ermöglicht – und damit eine Neubewertung des Erlebten.
 Myoreflextherapie

Die im Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen auftretenden Angstzustände und emotionalen Belastungen führen häufig zu muskulären Verspannungen im Körper. Die körperorientierte, neuromuskuläre Myoreflextherapie greift diesen Zusammenhang auf, indem sie Muskelverspannungen gezielt löst und zu spürbarer Entlastung beim Patienten führt. 

 Unterstützende medikamentöse Therapie

In einzelnen Fällen kann eine adjuvante Therapie mit Psychopharmaka sinnvoll sein, um die Kontrolle der Krankheitssymptome zu verbessern. Grundsätzlich erfolgt der Einsatz dieser Medikamente nur in solchen Fällen, in denen die Aufnahme oder Durchführung der Psychotherapie auf diese Weise ermöglicht oder erleichtert werden kann.

 Weitere Therapieangebote
  • Sport-, Bewegungs- und Entspannungstherapie, u.a. Qi Gong
  • Gestaltungstherapie
  • Mitbehandlung dermatologischer und internistischer Begleiterkrankungen
  • Physikalische und balneologische Therapien
  • Medizinische Massagen
  • Allergie- und Ernährungsberatung
  • Gewichtsreduzierung, Rauchentwöhnung

  Diplom Psychologin

Nora Beer-Saß

Sekretariat:
Petra Khalil

  08651 601-1327 oder -1016   08651 601-1028   petra.khalil@bgklinik-badreichenhall.de