Medizinisches Glossar

Medizinisches Glossar

Im Rahmen eines Klinikaufenthaltes und im Kontakt mit medizinischen Personal, werden oft fachspezifische Begriffe verwendet, die Ihnen als Patient vielleicht noch nicht vertraut sind. Um Ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit den verschiedenen Fachbegriffen zu geben, haben wir für Sie ein medizinisches Glossar zusammengestellt, mit dessen Hilfe Sie sich sicher schnell zurecht finden.

Klicken Sie einfach die entsprechende Buchstabengruppe an, in der sich der jeweilige Fachausdruck befindet. Wir bemühen uns um Vollständigkeit, sollte das entsprechende Fremdwort dort dennoch nicht gelistet sein, sprechen Sie bitte unser Fachpersonal an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

 A-B
Abdomen
Das Wort Abdomen kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Bauch" oder „Unterleib". Das Abdomen liegt zwischen dem Brustkorb und dem Becken und enthält die Bauchhöhle. Bei einer Untersuchung des Abdomens tastet der Arzt z.B. Leber, Gallenblase, Nieren und Milz ab.
Ablation
Als Ablation bezeichnen Mediziner die Entfernung von Körpergewebe oder Körperteilen, z.B. Ablatio Mammae (Entfernung des Brustgewebes, Brustamputation). Andere Worte für Ablation sind Abtragung oder Amputation. Auch eine krankhafte Gewebeablösung wird Ablation genannt, z.B. Ablatio retinae (Netzhautablösung).
Abszess
= abgekapseltes Eitergeschwür. Bei einem Abszess sammelt sich in Folge einer bakteriellen Entzündung Eiter im Gewebe an. Abszesse entstehen häufig in Haut oder Unterhaut und selten in inneren Organen. Viele oberflächliche Eitergeschwüre platzen nach einer Weile auf und heilen dann von alleine ab. Bessert sich der Abszess nicht, muss ein Arzt das Geschwür aufschneiden und den Eiter entleeren. In der Regel heilt die Entzündung anschließend komplikationslos aus.
akut
= plötzlich auftretend, heftig verlaufend. Eine akute Erkrankung tritt unerwartet auf. Ihr Verlauf ist meist heftig und dauert in der Regel nur kurze Zeit. In der medizinischen Fachsprache steht akut im Gegensatz zu chronisch (dauerhaft, immer wieder auftretend).
ambulant
Eine ambulante Behandlung oder Diagnostik in der Klinik bedeutet, dass der Patient nicht über Nacht im Krankenhaus bleiben muss. Durch moderne Operationstechniken und sanfte Narkosen lassen sich heutzutage viele Untersuchungen und Operationen ambulant durchführen. Die Patienten dürfen in der Regel schon wenige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause. Eine ambulante Behandlung kommt z.B. bei Eingriffen an den Zähnen, der Entfernung der Rachen- oder Gaumenmandeln, Krampfadern, Grauem Star oder einem Leistenbruch in Betracht.
Anamnese
= Patientengespräch. Bei der Anamnese befragt der Arzt den Patienten zu seinen Beschwerden und seiner medizinischen Vorgeschichte (z.B. Vorerkrankungen, Lebensweise). Die Anamnese ist ein wichtiger Bestandteil bei der Diagnose und dient dem Arzt als Entscheidungsgrundlage für weitere Untersuchungen.
Anästhesie
= Betäubung. Mithilfe der Anästhesie kann der Arzt das Schmerzempfinden des Patienten ausschalten. Bei kleineren Eingriffen reicht meist eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie), z.B. bei einer Zahnbehandlung. Größere Operationen oder schmerzhafte Untersuchungsverfahren führen Ärzte unter Teil- oder Vollnarkose durch. Bei einer Teilnarkose schaltet der Anästhesist nur das Schmerzempfinden bestimmter Körperteile aus. Bei der Vollnarkose nimmt der Patient überhaupt keine bewussten Empfindungen mehr wahr.
Angiografie
Die Angiografie gehört zu den Diagnoseverfahren und stellt Blutgefäße auf einem Röntgenbild dar. Dazu spritzt der Arzt dem Untersuchten ein Kontrastmittel in ein Blutgefäß, um diese in der Röntgenaufnahme sichtbar zu machen. In der Klinik kommt die Angiografie z.B. bei der Darstellung von Hirngefäßen oder zum Nachweis von Thrombosen (Blutgerinnseln) zum Einsatz.
Angiologie
Der Begriff Angiologie kennzeichnet die Lehre von den Blut- und Lymphgefäßen. Die Angiologie ist der Inneren Medizin zugeordnet. In der Klinik werden Menschen mit einer Erkrankung der Blut- oder Lymphgefäße daher in der Abteilung für internistische Erkrankungen behandelt.
Arthroskopie
= Gelenkspiegelung. Mit einem Spiegelgerät, dem Endoskop bzw. Arthroskop, kann der Arzt in das Innere des Gelenks (z.B. Kniegelenk) hineinschauen. Die Arthroskopie wird sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt: Gelenkschäden, die bei der Arthroskopie festgestellt werden, lassen sich häufig im gleichen Eingriff beheben. Zahlreiche Operationen in der Orthopädie sind inzwischen arthroskopisch möglich.
Belegarzt
Der Belegarzt ist ein niedergelassener Arzt, dem ein Krankenhaus auf vertraglicher Basis Krankenhausbetten zur Verfügung stellt, um eigene Patienten stationär zu behandeln. Der Belegarzt bezieht kein Honorar vom Krankenhaus, sondern rechnet direkt mit dem Patienten ab.
Biopsie
Die Biopsie gehört zu den medizinischen Diagnoseverfahren. Bei einer Biopsie entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe, um sie anschließend zu untersuchen. Eine Biopsie gibt Aufschluss über krankhafte Gewebsveränderungen wie Entzündungen oder Tumoren. Die Probenentnahme erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Manchmal ist auch eine Vollnarkose nötig.
Bronchoskopie
= Lungenspiegelung. Mit einem Spiegelgerät, dem Endoskop, kann der Arzt in die Bronchien hineinschauen. Die Bronchoskopie lässt sich sowohl diagnostisch als auch therapeutisch einsetzten. Der Arzt kann z.B. Gewebeproben (Biopsien) entnehmen, mögliche Fremdkörper entfernen oder festsitzenden Schleim aus den Bronchien absaugen. Die Bronchoskopie eignet sich insbesondere zur Diagnose von gut- und bösartigen Tumoren. Die Untersuchung dauert in der Regel etwa 20 Minuten.
 C-D
Chirurgie
Die Chirurgie ist ein medizinisches Fachgebiet, bei dem zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen operative Eingriffe vorgenommen werden. Sie umfasst allerdings auch nicht-operative (konservative) Diagnose- und Therapieverfahren, zum Beispiel verordnen Chirurgen auch Medikamente oder Krankengymnastik. Die Chirurgie wird unterteilt in verschiedene Fachdisziplinen, unter anderem in die Thoraxchirurgie (Brustkorb), Viszeralchirurgie (Bauch), Unfallchirurgie und plastische Chirurgie. Der Begriff Chirurgie stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Handarbeit.
chronisch
= dauerhaft. Eine chronische Erkrankung entwickelt sich in der Regel langsam und dauert lange an, oder sie tritt in Schüben immer wieder auf. In der medizinischen Fachsprache steht chronisch im Gegensatz zu akut (plötzlich auftretend, heftig verlaufend).
CT
Die Computertomografie (CT) ist eine spezielle Röntgen-Untersuchung, mit der sich einzelne Organe sehr gut bildlich darstellen lassen. Vor allem bei der Diagnostik von Tumoren sowie inneren Verletzungen ist die Computertomografie einer einfachen Röntgen-Untersuchung in der Regel überlegen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten.
Defibrillator
Der Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das bei lebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen oder bei einem Herzstillstand eingesetzt wird. Der Defibrillator erzeugt elektrische Impulse und reguliert bzw. aktiviert damit den Herzschlag. Die Defibrillation ist neben der Herz-Lungen-Wiederbelebung die wichtigste Maßnahme gegen den plötzlichen Herztod. Aus diesem Grund gibt es heutzutage in vielen öffentlichen Einrichtungen spezielle Defibrillatoren, die auch von Laien bedient werden können.
Drainage
Eine Drainage dient dazu, überschüssige Flüssigkeit (z.B. Wundsekret, Blut oder Eiter) aus dem Gewebe oder Körperhöhlen abzuleiten. Bei kleinern Verletzungen werden beispielsweise Mullstreifen in die Wunde gelegt, um Wundsekret bzw. Blut aufzufangen und ein starkes Nachbluten sowie eine Wundinfektion zu verhindern. Bei großen Operationen, z.B. im Bauchraum, legt der Chirurg Kunststoffschläuche in die Bauchhöhle, durch die das Wundsekret nach außen ablaufen kann.
Duplexsonografie
= Ultraschall-Untersuchung, bei der die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes gemessen wird. Eine Duplexsonografie eignet sich insbesondere zur Feststellung von Gefäßverengungen (Stenosen) oder Veränderungen der Gefäßwände (Arteriosklerose).
Echokardiografie
= Ultraschall-Untersuchung des Herzens. Die Echokardiografie gehört zu den wichtigsten Untersuchungen in der Kardiologie (Lehre von den Herzerkrankungen). Ärzte wenden die Echokardiografie in erster Linie dazu an, um Größe und Funktion des Herzens zu überprüfen. Mit bestimmten Techniken („Farb-Doppler") ist es zudem möglich, den Blutfluss im Inneren des Herzens darzustellen. Dadurch lassen sich Herzfehler feststellen sowie die Blutfluss- und Druckverhältnisse im Herzen beurteilen.
EEG
Die Elektroenzephalografie (EEG) ist ein Diagnoseverfahren, das die Hirnströme misst. Dazu werden außen auf dem Kopf des Untersuchten mehrere Elektroden aufgeklebt, die seine Hirnströme messen (ableiten) und auf einen Computer übertragen. Die Untersuchung ist schmerzlos und birgt keine Risiken. Ein EEG eignet sich insbesondere zur Diagnose von Epilepsien (Krampfanfällen) und Schlafstörungen. Es liefert aber auch bei anderen Erkrankungen wie Gehirntumoren oder Hirnentzündungen Hinweise.
EKG
Bei der Elektrokardiografie (EKG) werden die elektrischen Herzströme abgeleitet und in Form von Kurven aufgezeichnet (Elektrokardiogramm). Um die elektrischen Impulse des Herzens abzuleiten, werden dem Untersuchten kleine Metallplättchen (Elektroden) auf Arme, Beine und Brust geklebt. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur ein paar Minuten. Ein EKG ist vor allem beim Verdacht auf eine Herzerkrankung sinnvoll, z.B. zeigen die Angina Pectoris („Herzenge"), ein Herzinfarkt oder Herzentzündungen typische Veränderungen im EKG.
Embolie
Der Begriff Embolie bezeichnet den plötzlichen Verschluss eines Blutgefäßes durch Blutgerinnsel, die mit dem Blut weiter getragen wurden. Durch den Verschluss wird das nachfolgende Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Schmerzen, Taubheit oder Lähmungserscheinungen in der betroffenen Körperregion können die Folge sein. Die Embolie eines zuführenden Herz- oder Hirngefäßes kann im Extremfall einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall verursachen.
Endoprothese
= künstlicher Ersatz von Körperteilen innerhalb des Organismus, der dauerhaft im Körper verbleibt. Eine typische Endoprothese ist das künstliche Hüft- oder Kniegelenk. Aber auch kleine Kunststoffröhrchen (Tubus oder Stent), die dazu dienen, in einem Gefäß oder Ausführgang eine Engstelle oder Undichtigkeit zu überbrücken, nennt man Endoprothese.
Endoskopie
Bei einer Endoskopie kann ein Arzt mithilfe eines kleinen Spiegelgeräts in Körperhöhlen wie Magen, Darm, Blase oder Lunge hineinsehen. Die Endoskopie wird sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt: Gewebsveränderungen, die der Mediziner bei der Endoskopie feststellt, lassen sich häufig im gleichen Eingriff behandeln.
Endosonografie
= Ultraschall-Untersuchung innerhalb des Körpers. Eine Endosonografie verläuft ähnlich wie eine Spiegelung (Endoskopie). Der Arzt führt dazu einen dünnen Schlauch in das zu untersuchende Organ ein (z.B. Magen). An der Spitze des Schlauchs befindet sich die Ultraschallsonde. Durch den direkten Kontakt mit dem zu untersuchenden Organ ist die Endosonografie sehr genau. Sie eignet sich z.B. zur Beurteilung von Tumoren im Magen-Darm-Trakt.
Ergotherapie
Die Ergotherapie ist ein Behandlungsverfahren, das darauf abzielt Menschen, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind, zur Selbstständigkeit zu verhelfen. Eine Ergotherapie eignet sich z.B. für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Menschen mit Behinderungen sowie nach einem Unfall oder Schlaganfall. Zur Ergotherapie gehört neben dem Training von alltäglichen Fertigkeiten auch die individuell Beratung des Patienten zu Möglichkeiten der häuslichen Versorgung oder der behindertengerechten Anpassung des Wohnraums.
Extremitäten
= Gliedmaßen. In der medizinischen Fachsprache werden die Arme als obere Extremitäten und die Beine als untere Extremitäten bezeichnet.
Exzision
Unter Exzision versteht man das Herausschneiden von Gewebe ohne Rücksicht auf Organgrenzen. Ärzte nutzen eine Exzision beispielsweise, um Tumoren oder Geschwüre zu entfernen. Eine spezielle Form der Exzision ist die sog. Wundexzision. Sie dient dazu, abgestorbenes Gewebe zu entfernen. Diese chirurgische Wundauffrischung beugt der Gefahr einer Wundinfektion vor und erleichtert die Wundheilung.
 F-I
Fallzahl
Der Begriff Fallzahl bezeichnet die Anzahl der in einem Krankenhaus behandelten Patienten (Fälle) innerhalb eines Berichtsjahrs. In die Berechnung fließen nur Patienten ein, die über Nacht im Krankenhaus geblieben sind. Patienten, die noch am gleichen Tag wieder entlassen oder in eine andere Klinik verlegt wurden, sowie Patienten, die am Aufnahmetag verstorben sind, bleiben bei der Berechnung der Fallzahl unberücksichtigt.
Fraktur
= Knochenbruch. Eine Fraktur entsteht in der Regel durch Gewalteinwirkung, z.B. einen Stoß oder Schlag auf den Knochen. Ist der Knochen durch eine Krankheit (z.B. Osteoporose) oder vorhergehende Verletzungen vorgeschädigt, kann er auch spontan brechen. Bei Verdacht auf eine Fraktur wird der Knochen geröntgt. Anschließend bringt der Arzt die Knochenteile wieder in die richtige Stellung zueinander (ggf. durch eine Operation) und stellt den Knochen ruhig, z.B. durch einen Gipsverband.
Hämatologie
= Lehre von der Beschaffenheit und den krankhaften Veränderungen des Blutes, der Blutzellen und der Blutbildung. In dieses Teilgebiet der Inneren Medizin fallen Erkrankungen wie Blutarmut (Anämie), Blutgerinnungsstörungen und Blutkrebs (Leukämie). Der Hämatologe untersucht vor allem Blutproben. In speziellen Fällen ist auch eine Beurteilung des Knochenmarks notwendig, denn dort reifen Blutzellen heran. Störungen der Blutbildung lassen sich daher mithilfe einer Knochenmark-Punktion feststellen.
Hämatom
= Bluterguss. Ein Hämatom entsteht, wenn Blut aus einem Blutgefäß austritt. Dazu kann es z.B. nach einem Stoß, Schlag, Sturz oder nach einer Operation kommen. Kleine Blutergüsse können zwar, je nach Lokalisation, etwas schmerzhaft sein, sie sind aber harmlos und heilen meist von selbst innerhalb einiger Tage ab. Im Laufe der Heilung zeigen Hämatome verschiedene Farben, die durch den Abbau der Blutbestandteile zustande kommen - der „blaue Fleck" wird allmählich gelb-braun und verblasst schließlich.
Histologische Untersuchung
Als histologische Untersuchung bezeichnet man die Beurteilung von Zellen oder Gewebeproben unter dem Mikroskop. Häufig wird dazu das Probenmaterial speziell angefärbt, um einzelne Strukturen (z.B. der Zellkern oder bestimmte Eiweiße) besser darzustellen. Bei Krebserkrankungen ist die histologische Untersuchung notwendig, um die Diagnose zu sichern und die Bösartigkeit des Tumors einzustufen (sog. Grading). Auch zeigt die histologische Untersuchung, ob ein Tumor vollständig entfernt wurde.
Implantologie
Die Implantologie umfasst medizinische Eingriffe, bei denen nicht lebendes Material (z.B. Metall oder Kunststoff) in den menschlichen Körper „eingepflanzt" (= implantiert) wird. Die Implantate ersetzen z.B. geschädigte Gelenke und stellen so eine schmerzfreie Beweglichkeit wieder her. Auch der Ersatz einer getrübten Augenlinse (Grauer Star) durch eine Kunststofflinse fällt in den Bereich der Implantologie.
Innere Medizin
Die Innere Medizin umfasst die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Krankheiten der inneren Organe, z.B. Lungen, Magen und Darm, Herzen, Nieren, Blut und Blutgefäßen. Auch Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten fallen in dieses Gebiet. Der Facharzt-Titel für Innere Medizin lautet Internist. Die Innere Medizin lässt sich in verschiedene Spezialgebiete einteilen: Erkrankungen des Herzens fallen z.B. in den Bereich der Kardiologie.
Intensivmedizin
Die Intensivmedizin widmet sich der Diagnostik und Therapie von lebensbedrohlichen Situationen und Erkrankungen. In einem Krankenhaus erfolgt dies auf der Intensivstation (ITS), die über aufwändige technische Geräte sowie speziell ausgebildete Fachärzte und Pflegekräfte verfügt. Neben Patienten mit schweren Krankheiten, zum Beispiel einem Herzinfarkt, ist eine intensivmedizinische Überwachung auch nach größeren Operationen sinnvoll. Hier werden die Vitalfunktionen des Patienten, also die lebenswichtigen Körperfunktionen Bewusstsein, Atmung und Kreislauf, engmaschig kontrolliert.
Internist
Ein Internist ist ein Facharzt für Innere Medizin. Um diesen Titel tragen zu dürfen, muss er nach erfolgreicher Beendigung seines Medizinstudiums eine mehrjährige Facharztausbildung absolvieren. Der Internist befasst sich in der Klinik und Praxis mit der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen der inneren Organe, z.B. Lungen, Magen und Darm, Herzen, Nieren, Blut und Blutgefäßen.
intramedullär
= innerhalb des Rücken- oder Knochenmarks; Medulla ist das lateinische Wort für Mark. Zwei unterschiedliche Gewebe im menschlichen Körper bezeichnen Mediziner mit diesem Ausdruck: das Rückenmark und das Knochenmark. Sind z.B. Verletzungen oder Tumoren direkt innerhalb des Rücken- oder Knochenmarks gelegen, spricht man in beiden Fällen von intramedullären Tumoren oder Verletzungen.
intramuskulär (i.m.)
= innerhalb des Muskels; in einen Muskel hinein. Bei einer intramuskulären Injektion (Abk. i.m.) spritzt der Arzt einen Wirkstoff (z.B. Impfserum) nicht in die Vene (intravenös, i.v.) oder in das Fettgewebe unter der Haut (subkutan, s.c.), sondern direkt in einen Muskel. Von dort aus verteilt sich der Wirkstoff dann nach und nach im Körper. Geeignete Körperstellen für intramuskuläre Injektionen sind z.B. der große Gesäßmuskel oder die Oberarm-Muskulatur.
intravenös (i.v.)
= innerhalb der Vene; in eine Vene hinein. Bei einer intravenösen Injektion (Abk. i.v.) spritzt der Arzt einen Wirkstoff direkt in eine Vene. Der Wirkstoff verteilt sich dann über den Blutkreislauf sehr schnell im Körper. Benötigt ein Patient dauerhaft Flüssigkeit oder bestimmte Medikamente über die Vene (z.B. Antibiotika), legt der Arzt einen feinen Schlauch in eine Vene ein. Über diesen Zugang erhält der Patient dann die benötigten Wirkstoffe als sog. Infusion („der Patient hängt am Tropf").
invasiv
Invasive Methoden bezeichnen Vorgehensweisen, bei denen der Arzt mit medizinischen Instrumenten in den Körper des Patienten eindringt, um die Diagnose und Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen zu ermöglichen. Dabei nimmt z.B. bei Operationen durch den Hautschnitt auch gesundes Gewebe Schaden.
 K-M
Kardiologie
Ein Kardiologe ist ein Spezialist auf einem Teilgebiet der Inneren Medizin, der Kardiologie. Die Kardiologie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen des Herzens (griech. cardia). Kardiologen sind sowohl als Klinikärzte als auch als niedergelassene Praxisärzte tätig.
Kinästhetik
Der Begriff Kinästhetik leitet sich vom Fachbegriff für den Bewegungssinn (Kinästhesie) ab. Der Bewegungssinn ermöglicht, dass der Mensch die Bewegung seiner Gliedmaßen bzw. seines gesamten Körpers als solche auch wahrnehmen kann. Unter Kinästhetik versteht man im Speziellen ein Konzept, das menschliche Bewegung z.B. mit Kommunikations- oder Lernmechanismen in Beziehung setzt.
konservative Behandlung
Der Begriff „konservative Behandlung" bezeichnet im medizinischen Sprachgebrauch die Therapie einer Erkrankung ohne einen chirurgischen Eingriff. Ein typisches Beispiel ist der Bruch des Schlüsselbeins, der häufig ausheilt, ohne dass eine Operation notwendig ist. Der Patient erhält dann z.B. Schmerzmittel und einen speziellen Verband (sog. Rucksack-Verband), der dafür sorgt, dass die Knochenenden wieder zusammenwachsen.
Konsiliartätigkeit
Unter Konsiliartätigkeit versteht man eine beratende (lat. consiliarius = Ratgeber) Unterstützung von Ärzten untereinander: In manchen Fällen ist es sinnvoll, dass ein Arzt einen Spezialisten zu Rate zieht, damit dieser ihn unterstützt, die richtige Diagnose zu stellen und die geeignete Therapie einzuleiten. Der Arzt bittet dann einen entsprechend geeigneten Facharzt um ein sog. „Konsil" - z.B. ein internistisches Konsil durch einen Facharzt für Innere Medizin bei einem Patienten auf der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses. Der Spezialist untersucht den Patienten und fasst den Befund und seine Empfehlung in einem Bericht zusammen.
Kontrastmittel
Kontrastmittel sind ein wichtiger Bestandteil der sog. bildgebenden Verfahren wie der Röntgen-Untersuchung oder der Computertomografie. Verabreicht der Arzt vor diesen Untersuchungen Kontrastmittel, kann er bestimmte Strukturen wie den Magen-Darm-Trakt oder Blutgefäße im Körper des untersuchten Patienten besser beurteilen: Befindet sich während einer Röntgen-Aufnahme z.B. Kontrastmittel in einem Blutgefäß, so zeichnet sich das Gefäß auf dem Röntgenbild sehr gut erkennbar ab.
Kyphoplastie
Die Kyphoplastie ist ein Behandlungsverfahren bei Wirbelbrüchen. Gebrochene Wirbel sind häufig in sich zusammengestaucht. Bei der Kyphoplastie richtet der Arzt den Wirbel wieder auf, indem er über eine Kanüle einen Ballon direkt ins Wirbelinnere einbringt und dann mit Zement befüllt. Der Zement härtet aus und stabilisiert den Wirbel. Da für die Kyphoplastie keine große Operation nötig ist, zählt sie zu den sog. minimal-invasiven Verfahren.
Laparoskopie
= Bauchspiegelung. Die Laparoskopie ermöglicht dem Arzt, sich die Bauchhöhle des Patienten genau anzuschauen und ggf. Erkrankungen sofort zu behandeln. Ein typischer laparoskopischer Eingriff ist z.B. die Entfernung der Gallenblase. Für eine Laparoskopie sind nur kleine Schnitte notwendig, über die der Chirurg eine Kamera (Endoskop) und Operationsinstrumente in die Bauchhöhle einführt. Da ein großer Bauchschnitt vermieden wird, bezeichnet man solche Eingriffe auch als „minimal-invasiv".
Lappenplastik
Die Lappenplastik ist ein Verfahren aus der plastischen Chirurgie, bei dem der Operateur z.B. eine größere Wunde abdeckt oder abgestorbenes bzw. entferntes Muskelgewebe ersetzt. Dafür löst er an einer gesunden, oft benachbarten, Körperstelle des Patienten einen Haut- und Gewebelappen ab und verschiebt ihn in den geschädigten Bereich.
Liquorpunktion
= Hirnwasser-Untersuchung. Bei der Liquorpunktion entnimmt der Arzt Nervenwasser (lat. Liquor cerebrospinalis; auch Hirnwasser, Hirnflüssigkeit), um Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS, = Gehirn und Rückenmark) festzustellen. In der Regel sticht der Untersucher dazu mit einer Nadel zwischen zwei Lendenwirbeln in den Wirbelkanal des Patienten (Lumbalpunktion). Die Labor-Untersuchung des Nervenwassers kann z.B. Blutungen, Entzündungen durch Viren oder Bakterien oder chronische neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose nachweisen.
minimal-invasiv
Invasive Methoden bezeichnen Vorgehensweisen, bei denen der Arzt mit medizinischen Instrumenten in den Körper des Patienten eindringt, um die Diagnose und Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen zu ermöglichen. Dabei nimmt z.B. bei Operationen durch den Hautschnitt auch gesundes Gewebe Schaden. Unter minimal-invasiv versteht man Methoden, die diesen Schaden und damit die Belastung für den Patienten so gering wie möglich halten (z.B. die laparoskopische oder „Schlüsselloch"-Chirurgie).
MRT
MRT ist die Abkürzung für die Magnet-Resonanz-Tomografie, auch Kernspintomografie genannt. Die MRT gehört zu den bildgebenden Verfahren in der Medizin und kann innere Gewebe und Strukturen sichtbar machen. Insbesondere weiche Gewebe, die fett- oder wasserhaltig sind, lassen sich auf MRT-Aufnahmen gut darstellen. Die untersuchten Personen sind dabei keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Bei manchen MRT-Untersuchungen ist eine Gabe von Kontrastmittel erforderlich, um das Gewebe noch besser sichtbar zu machen.
multiresistent
= mehrfach unempfindlich. Krankheitserreger wie Bakterien lassen sich in der Regel durch geeignete Medikamente wie Antibiotika abtöten. Ist ein Bakterium gegen ein bestimmtes Antibiotikum allerdings unempfindlich, so ist es gegen diesen Wirkstoff resistent. Sind gleich mehrere unterschiedliche Wirkstoffe resistent, spricht man von einem multiresistenten Keim. Auch Viren können gegen entsprechende Medikamente (sog. Virustatika) resistent sein.
 N-O
Narkosen
Eine Narkose ist ein medizinisch herbeigeführter Zustand, in welchem keine Schmerzen empfunden werden. Während einer Vollnarkose ist der Betroffene bewusstlos und wird beatmet. Bei Teilnarkosen sind dagegen nur bestimmte Körperbereiche vorübergehend empfindungslos. Vor einer Operation verabreicht ein Narkosearzt (Anästhesist) Narkosemittel (Narkotika), z.B. Narkosegas oder Wirkstoffe, welche er in die Vene spritzt. Nach einer Narkose erfolgt das „Aufwachen" in einem Aufwachraum oder auf der Station.
Neurochirurgie
Die Neurochirurgie ist ein Teilgebiet der Medizin. Neurochirurgen operieren am Gehirn oder am Rückenmark, um z.B. Bandscheibenvorfälle, Gehirnverletzungen, Hirnblutungen (Schlaganfall) oder Hirntumoren zu behandeln. Durch computergesteuerte Technik ist es Neurochirurgen möglich, auch in schwer zugänglichen Bereichen des Schädels präzise zu operieren.
Neurologie
Die Neurologie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit den Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur beschäftigt. Die Diagnose von neurologischen Erkrankungen reicht von der klinischen Untersuchung des Patienten (z.B. Prüfung von Reflexen) bis hin zu bildgebenden Verfahren wie Computertomografie oder Kernspintomografie. Zu den Krankheiten des Nervensystems zählen unter anderem Schlaganfall, Multiple Sklerose, Epilepsie, Parkinson und Demenz.
nosokomial
= im Krankenhaus erworben. Eine nosokomiale Infektion ist eine Ansteckung mit Krankheitserregern (sog. Krankenhaus-Keime) während eines Krankenhaus-Aufenthalts. Solche Krankenhaus-Keime können resistent gegen Antibiotika und daher schwer zu bekämpfen sein. Der Begriff „nosokomial" leitet sich vom griech. Wort „Nosokomeion" (= Krankenhaus) ab.
Nuklearmedizin
= Strahlenmedizin, Teilgebiet der Medizin. In der Nuklearmedizin werden schwach radioaktive Substanzen zur Diagnose und Therapie von Krankheiten eingesetzt. Diese werden entweder als Medikament verabreicht oder es wird Röntgen-Strahlung eingesetzt. Die Strahlendosis ist jeweils möglichst gering, um den Patienten nicht unnötig zu belasten. Die Nuklearmedizin hilft z.B. Tumoren zu bekämpfen (Strahlentherapie) oder Schilddrüsen-Erkrankungen zu behandeln. Diagnostisch lassen sich mit der Nuklearmedizin z.B. Stoffwechselfunktionen überprüfen.
Opioide
Opioide sind Substanzen, die in ihrer Wirkung dem Opium ähneln. Opioide wirken schmerzlindernd und beruhigend, beeinflussen Atmung und Verdauung. Da sie abhängig machen, sind sie laut Betäubungsmittelgesetz verschreibungspflichtig. Opioide gehören zu den stärksten bekannten Schmerzmitteln. Daher werden sie sowohl bei heftigen, akuten als auch bei starken, dauerhaften (chronischen) Schmerzen gegeben. Weiterhin sind Opioide gegen Durchfall wirksam.
opportunistisch
Opportunistische Keime sind Mikroorganismen, die gewöhnlich nicht schädlich für den Körper sind. Sie siedeln als mehr oder weniger harmlose Keime auf Haut und Schleimhäuten des Menschen (Normalflora). Dort ist ihr Wachstum begrenzt. Erst bei einer Abwehrschwäche oder einem „Standortwechsel" können sich opportunistische Keime stark vermehren und zu Krankheiten führen. Ein Beispiel sind Darmbakterien, die für einen gesunden Darm wichtig sind. Gelangen sie jedoch in die Harnröhre, können sie Entzündungen der Harnwege (z.B. Blasenentzündung) auslösen.
Osteodensitometrie
= Knochendichtemessung. Mithilfe der Osteodensitometrie lässt sich das Risiko von Knochenbrüchen abschätzen. Um die Dichte und Steifigkeit von Knochen zu messen, werden Verfahren wie die sog. QCT (Quantitative Computertomografie) und DXA/DEXA (Dual-Röntgen-Absorptiometrie) eingesetzt. Die Knochendichtemessung ist wichtig zur Diagnose von Knochenerkrankungen, bei denen die Knochensubstanz verringert ist. Ein Beispiel für solche Erkrankungen ist die Osteoporose.
Osteosynthesen
Osteosynthesen sind medizinische Hilfsmittel, die übergangsweise zur Behandlung von Knochenbrüchen eingesetzt werden. Sie überbrücken Knochenstücke und ermöglichen eine schnelle Heilung. Auch helfen sie, die Wirbelsäule bei einer Skoliose (Verkrümmung) zu stabilisieren. Meist bestehen sie aus Metall (Stahl, Titan). Das Einsetzen und Entfernen von Osteosynthesen erfolgt während einer Operation.
 P-Q
Physiotherapie
auch: Krankengymnastik. Die Physiotherapie hilft, Erkrankungen mittels Kälte, Wärme, Licht, Berührung, Bewegung, Massage, Bädern, Schallwellen oder Elektrizität zu heilen. Sie kann auch zur Krankheitsvorsorge (Prävention) eingesetzt werden. Physiotherapie umfasst eine Vielzahl von Therapieansätzen, u.a. die Manuelle Therapie, Bewegungstherapie oder Neurophysiologische Therapie.
physisch
= körperlich. Physisch steht für alles, was den Körper betrifft. So wird in der Physiotherapie der Körper behandelt, und die Physiologie beschreibt die natürlichen Vorgänge des Körpers. Demgegenüber bezieht sich der Begriff „psychisch" auf seelische Vorgänge.
Plastische Operationen
Gemeinhin als „Schönheitschirurgie" (Ästhetische Chirurgie) bekannt. In der Ästhetischen Chirurgie wird das Aussehen des Patienten auf dessen eigenen Wunsch hin durch eine Operation verändert. Dagegen hilft die Rekonstruktive Chirurgie, durch Verletzungen, Fehlbildungen oder Krebs veränderte Körperbereiche ästhetisch wiederherzustellen. Zu den plastischen Operationen zählen auch Eingriffe der Verbrennungschirurgie, bei denen Chirurgen verbrannte Haut und zerstörtes Gewebe z.T. durch Transplantate neu aufbauen.
Pleurodese
Die Pleurodese ist ein medizinischer Eingriff, um Brustfell (Pleura visceralis) und Rippenfell (Pleura parietalis) miteinander zu verkleben. Damit lässt sich bei entsprechender Veranlagung vermeiden, dass Flüssigkeit (Pleuraerguss) oder Luft (Pneumothorax) zwischen Brust- und Rippenfell gelangt. Brust- und Rippenfell bilden den sog. Pleuraspalt. Bei der Pleurodese bringt der Arzt Substanzen in den Pleuraspalt, welche zu einer gewollten Entzündung von Brust- und Rippenfell führen. Während der Heilung verkleben die beiden Häute.
Pleurolyse
Die Pleurolyse (auch: Pneumolyse) dient der Behandlung von Verwachsungen von Brust- und Rippenfell. Brust- und Rippenfell sind dünne Häute, welche die Lunge umgeben. Sie sind gegeneinander verschiebbar und gewährleisten die Lungenfunktion. Sind sie (beispielsweise nach Entzündungen) miteinander verklebt oder verwachsen, so ist die Atmung behindert. Bei der Pleurolyse löst der Arzt diese Verwachsung mittels einer Operation oder Endoskopie.
Poliklinik
= Ärztehaus zur ambulanten Versorgung von Patienten. In einer Poliklinik sind Ärzte verschiedener Fachrichtungen angestellt. So können sie teure medizinische Geräte (z.B. CT, MRT) gemeinsam nutzen. Der Vorteil für Patienten ist, dass für sie sich ggf. von mehreren Ärzten im selben Haus behandeln lassen können.
Port
Port ist das Kurzwort für Portkatheter. Dabei handelt es sich um einen dauerhaften Zugang in den Blutkreislauf. Durch einen Portkatheter kann medizinisches Personal Arzneimittel in das Blut geben oder Blut entnehmen, ohne jeweils durch die Gefäßwand der Venen zu stechen (Injektion). Ports sind u.a. bei Chemotherapien und künstlicher (parenteraler) Ernährung sinnvoll, um Venenentzündungen durch wiederholtes Spritzen zu vermeiden. Sie bestehen aus einem Reservoir aus Metall oder Kunststoff sowie einer Membran und sind im Unterhautfettgewebe platziert.
postoperativ
= nach einer Operation. Ein postoperativer Zustand ist also das Befinden nach einer Operation. Kurz nach einem operativen Eingriff ist das Gewebe noch besonders empfindlich und schmerzt. Es ist wichtig, sich zu schonen und auf ausreichende Hygiene sowie den regelmäßigen Verbandswechsel zu achten, um Infektionen und Entzündungen zu vermeiden.
präoperativ
= vor einer Operation. Vor einem operativen Eingriff informiert der behandelnde Arzt, worauf in der Vorbereitung einer Operation zu achten ist. So ist es u.a. wichtig, vor einer Narkose nüchtern zu sein. Präoperativ rasiert das Pflegepersonal aus hygienischen Gründen behaarte Haut des Patienten und es wird eine Kanüle gelegt. Anschließend bereitet der Narkosearzt (Anästhesist) die Narkose vor.
Privatstation
= Station eines Krankenhauses, die für die Versorgung von privat Versicherten und Patienten mit einer Zusatzversicherung ausgelegt ist. Auf einer Privatstation gibt es vorrangig Einzelzimmer, teilweise auch Zweibettzimmer, sowie meist zusätzlichen Komfort wie eine tägliche Tageszeitung, ein Fernsehgerät oder einen Internet-Anschluss. Die ärztliche Betreuung erfolgt auf der Privatstation durch den Chefarzt und sein Team.
Prophylaxe
= Vorbeugung. Mittels Prophylaxe lässt sich Krankheiten gezielt vorbeugen. Synonym wird häufig auch der Begriff Prävention gebraucht. So zählen Impfungen zur (primären) Prophylaxe gegen Infektionskrankheiten, und eine Professionelle Zahnreinigung schützt vor Erkrankungen des Zahnfleischs. Die Prophylaxe hilft außerdem, Krankheiten wie Krebs frühzeitig zu erkennen (Früherkennung, sekundäre Prophylaxe) oder bei bestehenden Erkrankungen durch eine gezielte Behandlung Rückfälle zu verhindern (tertiäre Prophylaxe).
psychisch
= die Seele bzw. das Gemüt betreffend. Psychische Erkrankungen betreffen das Erleben, die Gefühle und das Verhalten. Zu ihnen zählen u.a. Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie unterschiedliche Formen der Schizophrenie.
Psychosomatik
Die Psychosomatik ist ein Teilgebiet der Medizin. Der Begriff setzt sich aus den Silben „psycho-" (= die Seele betreffend) und „soma-" (= den Körper betreffend) zusammen. Die Psychosomatik beschäftigt sich daher mit der Erkennung, Behandlung, Vorbeugung und Nachsorge von Krankheiten und Leidenszuständen, an deren Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren einschließlich dadurch bedingter körperlich-seelischer Wechselwirkungen maßgeblich beteiligt sind. Die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen umfasst Techniken der Psychotherapie (wie Gesprächs-, Verhaltenstherapie und Psychoanalyse). Gleichwohl sind psychosomatische Therapien auch auf den Körper ausgerichtet.
Psychotherapie
= Therapie zur Behandlung von psychischen oder psychosomatischen Störungen (z.B. Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen). Es gibt verschiedene Arten der Psychotherapie wie Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Psychoanalyse oder Familientherapie. Die Psychotherapie hilft u.a., sich der eigenen Situation und seiner Stärken bewusst zu werden sowie neue Denk- und Verhaltensmuster einzuüben.
pulmonal
= die Lungen betreffend. Beispielsweise handelt es sich bei den Pulmonalarterien um die Gefäße, welche die Lunge mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Medikamente, die pulmonal verabreicht werden, gelangen über die Lunge (Einatmung, Inhalation) in den Körper, z.B. Asthma-Spray.
Qualitätsbericht
Alle Krankenhäuser, die nach § 108 SGB V zugelassenen sind, müssen laut Gesetz (§ 137 Absatz 3 Satz 1 Nr. 4 SGB V) im Abstand von zwei Jahren einen sog. strukturierten Qualitätsbericht erstellen. Dieser Qualitätsbericht soll der Öffentlichkeit einen Überblick über das Leistungsangebot und das Engagement des Krankenhauses im Hinblick auf Qualität und Qualitätssicherung geben.
 R-Z
Radiologie
= Strahlenmedizin. Die Radiologie ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit der Erforschung und Anwendung von (meist) energiereicher Strahlung befasst. So lassen sich z.B. Röntgenstrahlen zur Diagnose (z.B. von Knochenbrüchen) und zur Therapie (Strahlentherapie, z.B. von Krebserkrankungen) einsetzen. Auch weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT), Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, Kernspintomografie) und Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) werden in der Radiologie angewandt.
Röntgen-Untersuchung
Die Röntgen-Untersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, mit denen sich Körperstrukturen, v.a. Knochen, gut darstellen lassen. Benannt ist die Untersuchung nach ihrem Entdecker Wilhelm Conrad Röntgen. Dabei wird der Körper mit Gamma-Strahlung (Radioaktivität) durchleuchtet und Bilder auf einer Fotoplatte (Röntgen-Film) erzeugt. Mittels Röntgen-Untersuchung lassen sich z.B. Veränderungen des Skeletts wie Knochenbrüche (Frakturen) erkennen. Auf einer Röntgen-Aufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) sind Lungen und Herz sichtbar. Die Röntgen-Untersuchung ist für den Patienten schmerzfrei und die Strahlenbelastung gering. Dennoch sollten Schwangere nicht geröntgt und zu häufiges Röntgen vermieden werden.
Sonografie
= Ultraschall-Untersuchung. Die Sonografie ist ein bildgebendes Verfahren, welches es ermöglicht, innere Organe sichtbar zu machen und ggf. Veränderungen zu erkennen. Eine Ultraschall-Sonde erzeugt dabei Schallwellen, welche das Gewebe entweder zurückwirft (reflektiert) oder streut. Das Ultraschall-Gerät misst die reflektierten Anteile und zeigt sie als Bild auf einem Monitor an. Die Ultraschall-Untersuchung ist schmerzfrei und birgt keine Risiken und Nebenwirkungen.
Sozialdienst
Der Sozialdienst der Klinik ist Ansprechpartner für alle Patienten, die Beratung und Unterstützung bei veränderten Lebensbedingungen nach ihrer Entlassung benötigen. Dies können sozialrechtliche und psychosoziale Fragestellungen sein, sowie die Vermittlung von Hilfestellungen und Leistungen, um eine möglichst optimale Weiterversorgung nach einer Erkrankung zu erhalten. So helfen die Mitarbeiter des Sozialdienstes bei der Vermittlung von Rehabilitationsmaßnahmen, Hilfen im häuslichen Bereich und der Unterbringung in andere stationäre Wohnformen.
stationär
Der Begriff stationär bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „still stehend, bleibend". Im Krankenhaus versteht man unter einem stationären Aufenthalt die Unterbringung für mindestens einen Tag und eine Nacht („auf der Station"). Das Gegenteil ist die ambulante Behandlung, bei der man die Klinik nach der Versorgung verlässt.
Stent
Ein Stent ist ein kleines Gitterröhrchen aus Metall oder Kunststoff, das als Gefäßstütze dient (Gefäßprothese). Ein solches Drahtgeflecht wird in der Medizin beispielsweise nach der Aufdehnung eines verengten Herzkranzgefäßes eingesetzt, um dieses zu stabilisieren und vor einem erneuten Verschluss zu bewahren.
Stomatherapie
Ein Stoma ist eine operativ hergestellte Öffnung zur Körperoberfläche. Meist ist hiermit der künstliche Darmausgang, das Enterostoma (auch Anus praeter oder Bauchafter) gemeint. Die Stomatherapie kann vorübergehend oder dauerhaft notwendig sein, wenn die normale Darmfunktion nicht mehr möglich ist (z.B. bei Enddarmkrebs). Der Anus wird operativ verschlossen und der Darm auf die Bauchdecke ausgeleitet. Die Austrittsstelle erhält einen geruchsdichten Auffangbeutel für den Stuhl, oder die Bauchdecken-Öffnung wird mit einer Klappe abgedeckt und einmal am Tag der Darm mit einer Spülflüssigkeit geleert. Bereits im Krankenhaus erlernen Menschen mit einer Stomatherapie den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang (Beutelwechsel, Hautpflege etc.). Als Stoma bezeichnet man in der Medizin auch andere künstliche Ausgänge, wie die der Blase zur Ableitung des Urins (Urostoma) oder der Luftröhre zwecks Beatmung (Tracheostoma).
Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie wird energiereiche (ionisierende) Strahlung eingesetzt, z.B. Röntgen- oder Elektronenstrahlung. Sie eignet sich u.a. zur Behandlung von bestimmten Krebsarten. Dabei berechnet ein Strahlentherapeut, welche Strahlenart und Strahlendosis optimal sind. Die Strahlentherapie tötet Krebszellen ab oder schränkt deren Teilungsfähigkeit ein. Mehrere Behandlungen sind notwendig; meist ordnet ein Arzt (Onkologe) die Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie oder Operation an.
subcutan (s.c.)
= unter der Haut bzw. unter die Haut. Bei einer subkutan verabreichten Spritze (s.c.-Injektion) gelangt der Wirkstoff unter die Haut in das dort liegende Unterhaut-Fettgewebe. Beispiele für subkutane Spritzen sind Insulin-Spritzen für Diabetiker oder Heparin-Spritzen, die der Vorbeugung eines Blutgerinnsels dienen (Thrombose-Prophylaxe).
Thorax
= Brustkorb. Der Thorax umfasst die Brust und den oberen Rücken. Er wird von der Brustwirbelsäule, den Rippen und dem Brustbein geformt. Die Organe des Thorax sind das Herz, die Lunge, die Thymusdrüse sowie die Speise- und Luftröhre. Eine Röntgen-Aufnahme des Brustkorbs bezeichnen Mediziner als Röntgen-Thorax. In der Thorax-Chirurgie werden Operationen am Brustkorb durchgeführt, z.B. zur Behandlung von Herzklappen-Erkrankungen.
Tracheotomie
Eine Tracheotomie ist ein „Luftröhren-Schnitt": Dabei wird chirurgisch eine Verbindung von der Luftröhre (Trachea) zur Hautoberfläche am vorderen Hals geschaffen. Diese künstliche Atemöffnung (das Tracheostoma) ist zur Langzeitbeatmung notwendig, wenn die normale Atmung gestört ist (z.B. nach Unfällen, Operationen, neurologische Erkrankungen, Kehlkopf-Lähmung, Kehlkopf-Entfernung). Die Tracheotomie ist ein geplanter (elektiver) Eingriff und vom Luftröhren-Schnitt als lebensrettende Maßnahme in der Notfallmedizin, der Koniotomie, zu unterscheiden.
transthorakal
Der Begriff transthorakal bedeutet „durch (= trans) den Brustkorb (= Thorax)". So wird das Herz bei der transthorakalen Echokardiografie (= Ultraschall-Untersuchung des Herzens) mittels einer auf den Brustkorb platzierten Ultraschall-Sonde von außen „durch den Brustkorb" betrachtet.
Traumatologie
Die Traumatologie ist die Lehre von den Verletzungen und Wunden. In der Medizin bezeichnet man eine Wunde, Verletzung oder Schädigung des Körpers durch Gewalteinwirkung (wie Unfälle) als „Trauma". Die Traumatologie ist häufig Bestandteil der Unfallchirurgie.
Unfallchirurgie
Die Unfallchirurgie befasst sich mit der operativen und nicht-operativen Behandlung von Unfallverletzungen und den Folgen von Unfallschäden. Dazu zählen beispielsweise Knochenbrüche, aber auch so genannte Weichteilschäden wie Muskel- und Sehnenverletzungen sowie Verletzungen der inneren Organe. Die unfallchirurgische Abteilung eines Krankenhauses ist meist auf Schwerst- und Mehrfachverletzungen (Polytraumata) ausgerichtet.
Viszeralchirurgie
Die Viszeralchirurgie ist ein Teilgebiet der Chirurgie und umfasst die operative Behandlung der Bauchorgane, also v.a. von Magen und Darm, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Leber und Milz. Auch ein Leistenbruch wird in der Viszeralchirurgie operiert. Der deutsche Begriff lautet Bauchchirurgie.
Zuweiser
Als Zuweiser (auch „Einweiser" oder „Überweiser" genannt) werden die niedergelassenen Ärzte bezeichnet, die ihren Patienten in ein bestimmtes Krankenhaus einweisen bzw. ihn einem bestimmten Krankenhaus „zuweisen". Einige Kliniken verfügen über ein sog. Zuweiserportal; dies ist eine Website, die es dem zuweisenden Arzt ermöglicht, digitale Einsicht auf patientenbezogene Daten des Krankenhauses zu nehmen.